Schönfärberei, bzw. mildernde Umschreibung für einen unschönen, negativen Sachverhalt.
So wird die Entlassung zur Freisetzung, dicke sind kräftig (oder vollschlank statt fett). Und spätestens seit dem gleichnamigen Film mit Arnold Schwarzenegger wissen wir, dass es sich bei Kollateralschäden um Zivilopfer handelt.
Und schlechte Ergebnisse sind eben nicht mehr schlecht, sondern suboptimal.
Die political correctness bedient sich in einer extremen Ausführung dieses Stilmittels. Sie macht aus Blinden die Anderssichtigen, aus Zwergwüchsigen vertikal herausgeforderte und aus Negern die Farbigen. Albern wird die ganze Geschichte, wenn ein Neger (also ein Farbiger) einen Negerkuss bestellt und von einer weißen Person (also eine Farblose) aufgeklärt wird, dass „man diesen nicht mehr im Angebot hat, weil der heißt jetzt Schokokuss.“ Habe ich selbst erlebt. Dem Neger (pardon, dem Farbigen) war das völlig egal. Er hat dann den Mohrenkopf (dürfen wir auch nicht mehr sagen) bezahlt.
Interessant wird der Euphemismus, wenn er bewusst oder unbewusst von den Medien eingesetzt wird: Unerwünschte Demonstranten werden so schnell zu Chaoten, während linientreue zu freiheitsliebenden Mitbürgern werden.
Der Gegner zerstört und zerbombt bewusst. Die eigenen Soldaten haben militärische Ziele neutralisiert (Berichterstattung der USA im Irakkrieg).
Achten Sie in den Medien auf den Einsatz von Euphemismen. Und fragen sich, welche Absicht mit diesen Aussagen verfolgt wird. Auch wenn in einer Diskussion ein Teilnehmer dieses Mittel einsetzt, können Sie gezielt nachfragen. Denn die Gefahr ist groß, dass gezielte Stimmungsmache am Werk ist.