Leicht verständlich sprechen und schreiben ist nicht schwer – wenn Sie einige Grundsätze beachten.
In der Computersprache, in der Medizin und in fast allen Berufsgruppen gibt es einen Geheimcode. So vereinfachend sie für diese Insider auch sind – für alle anderen ist es nur Kauderwelsch. Und wer einen Text dank Fremdwörter, Abkürzungen und verschachtelten Bandwurmsätzen nicht mehr versteht, der schaltet ab. Kommen wir zum KISS-Prinzip:
KISS steht für Keep It Short and Simple
Auf gut deutsch: Halte es kurz und einfach, bzw. Drück dich klar und verständlich aus.

4 Regeln für bessere Verständlichkeit

Regel 1: Vermeiden Sie Fachausdrücke und Fremdwörter
Überlegen Sie, ob Sie einen Fachausdruck benutzen müssen oder nicht. Und wenn, dann erklären Sie ihn. Für viele Begriffe gibt es einen leicht verständlichen deutschen Ausdruck. Doch übertreiben Sie nicht. Mittlerweile gibt es auch bei uns viele Begriffe, die sich eingebürgert haben.

Regel 2: Verzichten Sie auf Abkürzungen
Kennen Sie den AbKüFi? Ich meine damit den Abkürzungsfimmel. Die Tendenz, alles soweit zu vereinfachen und abzukürzen, bis keiner mehr etwas versteht. Für Computerexperten sind Abkürzungen wie CPU und RAM selbstverständlich. Für einen Laien bleiben sie dagegen oft nur rätselhaft. Verwenden Sie deshalb nur Abkürzungen, die allgemein üblich sind – wie bzw. für beziehungsweise, UKW, oder z. B. für zum Beispiel.

Regel 3: Vermeiden Sie Wortungetüme
Je länger ein Wort ist, desto unverständlicher und sperriger wird es. Deshalb gibt es verkürzte Versionen oder gängige Abkürungen. PKW statt Personenkraftwagen. U-Bahn statt Untergrundbahn. Auch der Amtsschimmel wiehert nur so von Ungetümen und unverständlichen Ausdrücken. Und nicht zu vergessen die vielen Betriebsanleitungen, die kaum einer versteht.

Regel 4: Streichen Sie Füllwörter und Bad Words
Viele Begriffe bremsen den Lesefluss und sind Gift für das Verständnis. Die meisten benutzen wir nur aus Gewohnheit. Dazu gehören: durchaus, eigentlich, etwa, gewiss, gerade, also, allerdings, doch, nämlich, überhaupt, unzweifelhaft, deshalb, aber, insbesondere, ehrlich, wirklich, eigentlich
Lassen Sie solche Füllwörter direkt weg oder streichen Sie sie beim Durchlesen Ihres Textes.

4 Regeln für leicht verständliche Sätze

Regel 1: Bilden Sie kurze Sätze
Je länger ein Satz ist, desto schwerer ist er zu verstehen. Gut sind Sätze mit maximal 12 bis 15 Wörtern. Danach sinkt die Verständlichkeit stark ab.
Teilen Sie lange Sätze. Setzen Sie Kommas, Gedankenstriche oder Semikolon. Bilden Sie aus einem langen Bandwurmsatz 2 oder 3 kleinere Sätze. Nutzen Sie die Möglichkeit, mit Aufzählungszeichen zu arbeiten. Erstellen Sie nach einigen Sätzen neue Absätze.

Regel 2: Vermeiden Sie Klammer- Konstruktionen
Besonders unleserlich wird eine Satzkonstruktion, wenn Sie die Hauptaussage durch eingeschobene Informationen auseinander reißen. Dadurch entsteht eine schwer verständliche Klammer- Konstruktion – ein Teil der Aussage steht zu Beginn des Satzes, der andere Teil möglicherweise ganz am Ende. Was beim Lesen schon kaum verständlich ist, sorgt bei einer Rede für absolutes Dichtmachen Ihrer Zuhörer.

Regel 3: Schreiben und sprechen Sie aktiv statt passiv
Benutzen Sie Verben, die direkte Sprache und setzen Sie Betonungszeichen, wie das Frage- und das Ausrufezeichen gezielt ein. Statt „Durch das Zufügen von Schmerzen baute sich in mir eine unerträgliche Spannung auf“ schreiben Sie „Ich wurde geschlagen und war wütend.“

Regel 4: Das Wichtigste in den Hauptsatz
In einem Nebensatz gehen wichtige Informationen schnell unter. Die Hauptaussage gehört deshalb in den Hauptsatz.
Sorgen Sie für Anschaulichkeit, arbeiten Sie mit Analogien und Vergleichen.