So ankern Sie Gefühle
Das Ankern von Gefühlszuständen besteht aus folgenden fünf Schritten:Setzen Sie sich ruhig hin und entspannen sich. Atmen Sie mehrmals tief durch und schließen Sie die Augen. Nun überlegen sie sich, welches Gefühl Sie gerne ankern möchten. Holen Sie sich dieses Gefühl innerlich zurück. Dazu können Sie sich an eine Gelegenheit in Ihrem Leben erinnern, in der Sie das Gefühl schon einmal gespürt haben. Wenn Sie z.B. das Gefühl der Freude (Begeisterung, Power, Stärke, Selbstbewusstsein) ankern möchten, denken Sie an eine besonders schöne Situation, in der Sie dieses Gefühl hatten.
Jetzt lassen Sie dieses Gefühl richtig in sich aufleben und verstärken es. Folgende fragen sind hilfreich:
- Was war das für eine Situation, in der Sie das Gefühl hatten – wo waren
Sie, was ist geschehen, wer war dabei?
- Was haben Sie gemacht?
- Was haben Sie gespürt? Und wo in Ihrem Körper haben Sie es gefühlt?
- Wie spüren Sie das Gefühl?
Behalten Sie das Gefühl bei und geniessen es. Können Sie es noch verstärken?
Wenn Sie denken, dass das Gefühl am stärksten ist, lösen Sie den Anker aus:
Berühren Sie sich z.B. an einer bestimmten Stelle an Ihrem Körper, machen Sie eine Geste mit der Hand / dem Arm oder sagen Sie ein Wort. Dabei ist etwas wichtig: Der Anker muss eindeutig und unverwechselbar sein. Wählen Sie also keine Bewegung oder Berührung, die Sie oft unbewusst machen. Außerdem muss (bei Berührung) die Stelle einfach und genau wieder zu finden sein.
Anker testen: Denken Sie kurzfristig an etwas anderes und wechseln Sie Ihre Körperhaltung, denn Sie müssen sich von dem Anker - Zustand trennen. Lösen Sie anschließend den Anker aus; wenn der gewünschte Zustand eintritt, hat das Ankern funktioniert. Wenn nicht, kehren Sie zu Schritt zwei zurück und wiederholen den Prozess so lange, bis der Anker sitzt.
Anmerkung: Bevor sie beginnen, sollten Sie überprüfen, ob der von Ihnen gewählte Auslöser bereits als Anker fungiert: Machen Sie die Geste, die Berührung oder sagen sich Ihr Wort und achten darauf, ob eine Reaktion einsetzt. Passiert nichts, ist der Auslöser neutral, kann also als Anker eingesetzt werden.
Wenn Sie sich an den gewünschten Zustand (die Situation) erinnern, müssen Sie sich so erinnern, als wenn sie gerade „live“ dabei sind. Sie dürfen nicht sich selbst in dieser Situation sehen (dissoziiert), sondern „mittendrin“ (assoziiert) sein.
Beispiel für das Ankern
Nehmen wir an, Sie möchten das Gefühl von Selbstbewusstsein ankern. Sie entspannen sich und erzeugen in sich ein starkes Gefühl von Selbstbewusstsein. Sie denken vielleicht an einen großen Erfolg, den Sie hatten, an einen Auftritt oder an eine Situation, in der Sie stolz auf sich waren und sich sehr sicher und selbstbewusst gefühlt haben. Wenn das Gefühl am stärksten ist, berühren Sie sich selbst am Ohrläppchen und verbinden diese Bewegung mit dem intensiven Gefühl in sich. Wenn das Ankern erfolgreich war, reicht von nun an eine Berührung am Ohrläppchen um ein Gefühl von Selbstbewusstsein auszulösen. Das klappt manchmal nach einem einzigen Mal. Besser ist es, wenn Sie das Ankern wiederholt durchführen, denn wir lernen durch Wiederholung.
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